Infos über den Naturkindergarten Bad Schwalbach e.V.

Infos über den Naturkindergarten Bad Schwalbach e.V.

Der Naturkindergarten Bad Schwalbach e.V.

ist eine Elterninitiative und wurde 1998 gegründet. Aktuell betreuen drei päd. Fachkräfte die maximal 20 Kinder zwischen 3 und 7 Jahren.
Unser Naturkindergarten hat von 8 Uhr bis 14 Uhr geöffnet.
Allmorgendlicher Treffpunkt ist der Bauwagen am Sportplatz von Hettenhain. Von dort aus starten die Kinder jeden Tag in die Wiesen und Wälder der Umgebung. Auch ein Bachtal und viele verschiedene Wege laden dazu ein, erkundet zu werden. In der umgebenden Natur rund um Hettenhain können die Kinder ihre Umwelt mit allen Sinnen entdecken und erforschen. Sie lernen diese im Verlauf der Jahreszeiten kennen. Die Natur bietet ihnen vielfältige Bewegungs-, Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten.
Im Laufe des Vormittags wird gemeinsam ein gesundes Rucksackfrühstück eingenommen, verschiedenste Ort im Wald laden zu gemütlichem Beisammensein ein, wie z.B. der „Schaukelplatz“. Die Kinder sind aber nicht nur auf Hettenhain und die nähere Umgebung beschränkt. Es finden vielfältige Ausflüge statt, z.B. zur Feuerwehr, ins Theater oder auch in die Fasanerie nach Wiesbaden.
Der Naturkindergarten bietet den Kindern nicht nur die Natur als Erfahrungs- und Sinnesraum, auch im sozialen Miteinander haben sie vielfältige Lernmöglichkeiten, da ihr „Spielraum“ viel größer ist als ein Gruppenraum in einem Kindergartengebäude. Die Kinder lernen im Wald, Feld und Flur aufeinander zu achten, Rücksicht zu nehmen und sich gegenseitig zu helfen.
Gemeinsam bereiten Eltern, Kinder und Erzieher unterschiedliche Feste vor und feiern diese zusammen (z.B. St. Martin, eine jährliche Übernachtung, „Tag der offenen Tür“, uvm.).

Unsere Öffnungszeiten
Mo-Fr 08:00 – 14:00 Uhr

Treff- und Abholpunkt: Sportplatz 1.FC Hettenhain (http://www.fc-hettenhain.de/)


Hier ist unsere Liste der am häufigsten gestellten Fragen an den Naturkindergarten

A – Ausstattung Muss mein Kind nur im „Outdoor“- Laden teuer ausgestattet werden?
B – Basteln/ Malen Wird denn auch gemalt und gebastelt?
E – Erkältung Ist es im Winter nicht zu kalt für die Kinder?/ Werden sie nicht häufiger krank?
F – Ferienzeiten Hat der Kindergarten in den Ferienzeiten geschlossen? Wie sind die Öffnungszeiten?
G – Gewitter Wie ist es bei Sturm/ Unwetter? Ist es dann nicht gefährlich?
H – Hygiene Wie ist es mit der Hygiene beim Essen/ „Toilettengang“?
I – Infektionen Wie ist es mit Zecken/ Fuchsbandwurm?
K – KönnenLernen die Kinder im Wald alles, was sie für die Schule brauchen, können sie überhaupt stillsitzen?
M – Mobil Brauche ich ein Auto, um mein Kind in den Kindergarten zu bringen/ abzuholen?
R – Regeln Wie sieht es mit Regeln und Grenzen aus?
S – Sicherheit Verirren sich die Kinder nicht im Wald?
T – Test Warum ein Waldkindergarten? Unterschiede gegenüber einem Regelkindergarten.
V – Verletzung Was ist, wenn sich ein Kind verletzt?
W – Wanderwege und -ziele Ist es nicht langweilig immer die selben Strecken zu laufen?
Z – Zahl der betreuten Kinder Wer sind die Erzieherinnen? Wie viele Kinder werden betreut?
A – Ausstattung
Selbstverständlich bleibt es den Eltern überlassen, wie sie ihr Kind ausstatten/ anziehen. Erfahrungsgemäß muss nicht in den „Outdoor“- Läden gekauft werden. Auch Matschkleidung vom Kaffeeröster hat sich bei einigen bewährt. Grundvoraussetzung ist natürlich, dass das Kind regenfeste Kleidung besitzt und der Witterung entsprechend angezogen ist. Hierbei sind die  „Waldkindergarten erfahrenen“ Eltern jederzeit gerne bereit, Tipps zur Bekleidung zu geben. Gelegentlich werden noch gut erhaltene Kleidungsstücke von größeren an kleinere Kinder  weitergegeben.

B – Basteln/ Malen
Die Kinder malen häufig mit „Malsteinen“ auf der Landwirtschaftsstraße, die Erzieherinnen haben aber auch Stifte und Papier dabei, so dass bei Wunsch gemalt werden kann. Zu verschiedenen Anlässen (Ostern, Muttertag, St. Martin, Weihnachten) sowie natürlich auch außer der Reihe wird – meist mit Naturmaterialien- gebastelt. Viele der kleinen und großen Basteleien/ Kunstwerke, die den Tag über entstehen, bleiben jedoch vor Ort in der Natur, so dass die Kinder wenig gebastelte Sachen mit nach Hause bringen. Zudem erlangen die Kinder im Umgang mit Schnitzmesser, Sägen, Hämmer etc. eine Sicherheit.

E – Erkältung
Da die Kinder die meiste Zeit in Bewegung sind, wird es ihnen selten kalt. Voraussetzung ist natürlich den Temperaturen angepasste Kleidung wie z.B. Wollunterwäsche und dicke, wasserdichte Schuhe. Durch den Aufenthalt bei Wind und Wetter draußen sind die Kinder gut abgehärtet und sind im Vergleich zu Kindern aus einem Regelkindergarten eher seltener krank.

F – Ferienzeiten
Die Schließzeiten werden zwischen dem Team und dem Vorstand abgestimmt. In der Regel schließt der Kindergarten vor Weihnachten und ist nach Silvester wieder geöffnet. An den sog. Brückentagen ist der Kindergarten zu, ebenso 2 Wochen in den hessischen Sommerferien und ggf. in den Oster- und/oder Herbstferien je eine Woche.

G – Gewitter
Die Erzieherinnen sind jederzeit auf dem aktuellen Stand bezüglich der Wettervorhersage. Bei Sturm hält sich die Gruppe an Stellen auf, die ungefährlich sind, zB. auch im oder am Bauwagen, machen Ausfüge Z.B. in das Museeum oder erhalten Einladungen von Familien, um dort einen Tag verbringen zu können. Die Erzieherinnen sind im regelmäßigen Kontakt mit dem Förster, der ihnen Ratschläge zum sicheren Aufenthalt im Wald gibt.

H – Hygiene
In der kälteren Jahreszeit haben die Kinder „Extra-Handschuhe“ in einer kleinen Dose dabei, die sie vor dem Essen gegen die schmutzigen „Spielhandschuhe“ austauschen. Für das „Pippimachen“ gibt es bei den Spiel-/Essplätzen spezielle Plätze; sollte ein großes Geschäft nötig werden, sorgen die Erzieherinnen mit einem kleinen Klappspaten für gute Düngung des Waldbodens.  Erfahrungsgemäß wird der Stuhlgang durch die älteren Kinder dann meist zu Hause erledigt. Selbstverständlich haben die Erzieherinnen immer umweltfreundliches Toilettenpapier und Handdesinfektionsmittel dabei.

I – Infektionen
Ratsam ist auch im Sommer festes Schuhwerk, lange Kleidung (am besten helle Kleidung) und eine Kopfbedeckung. Als weitere Hilfe zur Abwehr von Zecken kann man das Gesicht und die Hände mit bestimmten ätherischen Ölen einreiben, die für die Zecken eine abstoßende Wirkung haben. Nach einem Vormittag im Wald sollte als Vorsichtsmaßnahme von den Eltern immer der gesamte Körper nach Zecken abgesucht werden. Gegen die von Zecken übertragene FSME kann vorsorglich geimpft werden- wobei unser Gebiet kein FSME- Risikogebiet ist. Die Kinder kennen die Regel, dass nichts in den Mund gesteckt wird, weder Beeren, Pilze noch Stöcke oder ähnliches.

K – Können
Zum einen bietet der Wald zahlreiche Möglichkeiten, auch die Feinmotorik und die Konzentration zu schulen, sei es beim Bauen mit Holz oder beim Beobachten der Natur. Die Kinder erfahren vieles aus erster Hand, gebastelt und gesungen wird auch draußen. Aus einer breit angelegten wissenschaftlichen Studie geht hervor, dass z.B. die Waldkindergartenkinder in allen Bereichen bessere Werte erzielten. Hierbei wurden die Faktoren Motivation, Ausdauer, Konzentration, Sozialverhalten, Mitarbeit im Unterricht, musische, kognitive und körperliche Fähigkeiten verglichen. Erfahrungswerte haben gezeigt, dass Kinder, die in den ersten Jahren ihren Bewegungsdrang ausleben konnten, besser stillsitzen können als Kinder , die Regelkindergärten besucht haben.

M – Mobil
Der Bring- und Abholplatz ist meist der Bauwagen. Familien außerhalb von Hettenhain bilden oft Fahrgemeinschaften.

R – Regeln
Beim Erforschen der Lebensräume von Wald, Wiese, Bach, etc. gibt es feste Regeln und Grenzen, die für die Kinder nachvollziehbar sind. Die wenigen Regeln sind sinnhaftig und daher von den Kindern leicht zu akzeptieren und einzuhalten. So wissen die Kinder z.B., dass an den „Haltepunkten“ unbedingt Halt gemacht werden muss, damit kein Kind verloren geht. Gegessen wird im Wald außer dem mitgebrachten Frühstück nichts, weder Beeren noch Pilze. Vogelfedern werden auch nicht mehr aufgesammelt- wegen der Vogelgrippe. Was die Kinder nicht kennen (wie z.B. Fuchsköder oder Ähnliches), darf nicht angefasst werden und es darf auch nichts an oder in den Mund genommen werden. Natürlich gibt es noch mehr Regeln und Absprachen die den Alltag des Kindergartens begleiten. Dies sind jedoch die wichtigsten Regeln in Punkto Sicherheit.

S – Sicherheit
Es gibt strikte Regeln, die zur Sicherheit eingehalten werden müssen. Auf jeder Strecke gibt es bestimmte „Haltepunkte“ (in Sichtweite der Erzieherinnen), an denen die Kinder auf den Rest der Gruppe warten müssen. Auch die Kleinsten merken sich schnell die „Haltepunkte“ – außerdem haben sie meist Unterstützung der älteren Kinder. Auch der Spielbereich ist für die Kinder sichtbar durch Stöcke gekennzeichnet. So befinden sich die Kinder immer in der Nähe der Anderen.

T – Test
Für die meisten Kinder ist es etwas ganz Neues, den ganzen Vormittag im Wald zu verbringen, über den Waldboden zu laufen und auch Wind und Wetter am eigenen Körper zu spüren, die Natur im Wechsel der Jahreszeiten zu beobachten. Die Kinder machen Erfahrungen ganz elementarer Art, die gerade für die Psyche der Kinder sehr wichtig sind. Das Laufen auf den unebenen, verschiedenartigen Untergründen fördert spielerisch die koordinativen Fähigkeiten der Kinder. Gut geschützt durch die richtige Kleidung, machen Wind und Wetter nicht nur Spaß, sondern auch gesund. Außerdem verbessern sich die Motorik und der Gleichgewichtssinn. Die meisten Kinder sitzen zuviel. Sie leiden unter akutem Bewegungsmangel mit daraus resultierenden körperlichen und seelischen Störungen. Dem kann durch den Waldkindergarten entgegengewirkt werden. Spielzeugfrei verbessert sich die Kommunikationsfähigkeit und der kreative Umgang mit natürlichen Materialien, die vielfältig eingestz werden können. Die Kinder gestalten Ihre Freispiel größtenteils selbst und entwickeln somit durch ihre Phantasie und Eigeninitiative eigenen Spielwelten. Hierbei schaffen sie sich Räume in denen sie sich auf unterschiedlichen Gebieten ausprobieren können, was u.a. auch zur Lösungen alltäglicher Probleme und Konflikte führt. Diese schon früh erlernte Fähigkeit, konstruktiv mit Problemen und Schwächen umzugehen, gilt als wichtigste Suchtprävention und ist für zukünftige Herausforderungen des Lebens besonders bedeutungsvoll. Im Naturkindergarten werden alle Sinne des Kindes, wie Fühlen, Hören, Riechen, Schmecken, Sehen, das Vestibulärsystem, in einer Differenziertheit angesprochen, die der Vielfalt der natürlichen Umgebung entspricht. Die Intelligenz des Kindes wird angeregt und gefördert. Das Kind lernt vorwiegend über das eigenständige Tun, Erproben, Erfinden und Erleben.

V – Verletzung
Die Erzieherinnen haben einen speziellen Erste- Hilfe- Kurs für Kindergärten absolviert und frischen diesen in regelmäßigen Abständen auf; Sie haben eine Erste- Hilfe-Tasche in ihrem Rucksack. Sie haben immer ein Handy dabei, mit dem sie Eltern, die zuständige Ärztin in Bad Schwalbach oder andere Stellen erreichen können. Der Leitstelle Bad Schwalbach liegt zudem ein Plan des Geländes vor, auf dem Treffpunkte markiert sind. Damit ist eine gute Erreichbarkeit der Gruppe durch einen Rettungswagen sichergestellt.

W – Wanderwege und -ziele
Die Kinder entscheiden im Morgenkreis demokratisch, zu welchem der verschiedenen Pätze auf welchem Weg gegangen wird. Die bis zu 15 verschiedenen Plätze haben sehr unterschiedliche Besonderheiten und sind jahreszeitenabhängig von unterschiedlichem Interesse. So ist der Bachplatz im Sommer herrlich im Schatten gelegen und lädt zum Spielen am und mit Wasser ein, am Sonnenplatz kann man gut die ersten waremn Sonnenstrahlen genießen und im Winter den Hang der „schrubbeligen“ Wiese mit dem Popo-Rutscher bei Schnee herabfahren. Die Natur verändert sich ständig, und die Kinder stellen mit Begeisterung die Unterschiede fest. Auch werden häufig Spaziergänger/ Waldarbeiter oder der Förster getroffen und nette Worte ausgetauscht oder die Kinder entdecken spannende Dinge, die dann gemeinsam besprochen werden.

Z – Zahl der betreuten Kinder
Unsere päd. Fachkräfte betreuen maximal 20 Kinder. Sie sind „Naturmenschen“ und haben viel Spaß daran, mit den Kindern durch die Natur zu streifen, Neues zu entdecken und gemeinsam die Entdeckungen zu erforschen und zu besprechen.